San-Francisco-Bohnen – ideal zum Anbauen und Genießen, nicht nur in Hidalgo

Von Mexiko-Stadt aus braucht man mit dem Auto etwa anderthalb Stunden bis zur 13 Hektar großen Farm von Jesús Abel Monroy im mexikanischen Bundesstaat Hidalgo. Die Region ist bergig und trocken – nur Mesquite-Sträucher und Kakteen gedeihen hier. Nopal-Kakteen wachsen wild oder in Plantagen. Ihre flachen, breiten „Ohren“ sind beliebt als Gemüse, im Spätsommer sind die roten Früchte süß und reif und dank ihrer Stacheln sind Feigenkakteen auch noch als Zaun geeignet. Ebenfalls überall zu sehen sind die Orgelpfeifenkakteen, sie verleihen der Landschaft einen unverwechselbaren Charakter, als befände man sich plötzlich in einem Gemälde von José María Velasco.
In den letzten Jahren sei es viel trockener, sagt Monroy. Wenn es regnet, dann regnet es oft so stark, dass der trockene, rissige Boden das Wasser nicht aufnehmen kann und es einfach abfließt. Monroy baut Mais, Gerste, Hafer und verschiedene Bohnensorten an. Flor de Mayo, Pinto, Negro Grande und Peruano gedeihen gut. Sie haben eine Vegetationsperiode von nur drei Monaten und können noch bis Anfang Juli ausgesät werden. Seine Lieblingsbohne ist die San Francisco, eine purpur-rötliche Bohne mit zarten schwarzen Markierungen, die in der Region schon seit langem angebaut wird. Diese alte Sorte hat eine längere Wachstumsperiode und kann längere, kräftigere Wurzeln entwickeln. Das hilft den Pflanzen Trockenperioden besser zu überstehen. Monroy setzt die Bohnen im Mai – sobald genügend Bodenfeuchtigkeit vorhanden ist. Die San Francisco ist zudem hitzetolerant, nur während der Blütezeit verträgt sie keine extremen Temperaturen.
Traditionelle Bohnen- und Maissorten sind auf den lokalen Märkten beliebt und gefragt, aber die Preise sind nicht besonders gut. Die rentabelste Kulturpflanze ist Gerste – allerdings nur, wenn die Qualität den Anforderungen der örtlichen Brauerei entspricht.
Monroys Freund Martín Hernandez hatte bei der Gerste auf einen ordentlichen Ertrag gehofft, doch dann kam die Dürre, die Pflanzen verkümmerten und eignen sich nur noch als Viehfutter. Hernandez besitzt nur fünf Hektar Land, ein paar Kühe und 30 Schafe – damit lässt sich nicht genug verdienen um sich und seine Familie zu ernähren. Deshalb fährt er jeden Abend mit vier verschiedenen Bussen nach Mexiko-Stadt, wo er ein paar Stunden lang Büros putzt. Dann schläft er in einem der Gebäude auf dem Boden bis es Zeit ist, den ersten Bus zurück nach Hause zu nehmen. Normalerweise kommt er gegen 11 Uhr morgens daheim an und geht dann direkt auf sein Feld.

Wie Monroy möchte auch er mehr Bohnen anbauen und verkaufen. Zum Reinigen der Bohnen nutzen die Männer Hernandez’ alte Mais-Schälmaschine. „Das ist toll“, sagt Hernandez, „Stengel, Blätter und Schalen sind gutes Tierfutter. Monroy und Hernandey verkaufen ihre Bohnen lose in 25-kg-Säcken. Bei unserem mexikanischen Exportpartner werden sie sorgfältig sortiert, gereinigt, poliert und verpackt.
Über diesen Exporteur zahlt das BohnenParadies Neue Welt außerdem eine Fair Trade-Prämie, um einen Vorschuss zum Zeitpunkt der Aussaat finanziell absichern zu helfen: Im Falle von Ernteausfällen aufgrund extremer Wetterereignisse muss der Vorschuss nicht zurückgezahlt werden. Indem wir das Risiko des Anbaus teurer traditioneller Bohnensorten mit tragen, helfen wir den Bauern, nachhaltiger zu wirtschaften – und vielleicht muss Hernandez eines Tages keine Büros mehr putzen.
Um dies zu erreichen, müssen wir Bohnenliebhaber einfach viel mehr Bohnen essen. Zum Beispiel San-Francisco-Bohnen, die ein perfektes Mittagessen ergeben: Hernandez’ Frau bereitete für uns Dobleritas zu, ein Gericht, das die Männer oft mit auf die Felder nehmen: Maistortillas, gefüllt mit Käse und Chili Passilla, kleinen, dunklen, getrockneten Chilischoten. Am besten schmeckt das zusammen mit gekochten Eiern und einem Teller San-Francisco-Bohnen, die einfach in Wasser mit Salz und Zwiebeln gekocht und mit Habanero-Chilis garniert werden.
